Mal wieder eine Festplatte abgeraucht. Kein Ratsch-Klick, sondern nur viele komische IRQ-Fehler.
Erkenntnis: Backup lohnt sich wirklich. Und wenn sich dann die Wiederherstellung auf „Platte raus, Daten auf anderen Rechner zurücksichern, Freigaben umstellen, fertig“ beschränkt, macht das sogar fast Spaß.
18. Juni 2007 13:48
Ich hab hier gute Erfahrung mit folgender Kombination gemacht:
- SATA-RAID 1 mit zwei WD-Serverplatten (wenn eine abraucht, wird sie gehotswappt) – zusaetzlich externe USB-Platte, die nur zu Datensicherungszwecken angeschlossen wird – Acronis True Image (geiles Programm, das seinen fairen Preis wirklich wert ist)
Uebrigens natuerlich noch alles Gute fuer das neue Lebensjahr!! (Und nein, hier in der Uni gehen keine Umlaute)
Gruesse
Leo
18. Juni 2007 15:06
Ich suche gerade eine externe Festplatte (USB) für Backups. Und irgendwie bin ich so paranoid/vernünftig (bitte zutreffendes unterstreichen), dass ich gerne eine RAID-Lösung hätte, die unter Linux läuft. Soweit ich das verstehe, gibt es entsprechende Linuxtreiber auch. Aber welche Festplatten sind denn da zu empfehlen?
Mir wurde neulich die WD iBook Pro empfohlen. Allerdings kostet die Raid-Variante mit 1TB knapp 400 Euro, was nicht gerade ein studentischer Preis ist.
Hast du einen Tipp für mich?
18. Juni 2007 15:06
natürlich heisst die Platte nicht „iBook“, sondern „MyBook“
18. Juni 2007 16:24
Also irgendwie scheinst du da was durcheinander zu bringen. Ich habe zu Hause (auf dem stationaeren Rechner) eine interne RAID-1-Loesung, d. h. zwei Serial-ATA-Serverplatten im gespiegelten Verbund laufen. Zusaetzlich eine externe USB-Platte, auf welche die Datensicherung vorgenommen wird (ansonsten ist die auch nicht angeschlossen, sondern liegt im Schrank). Das RAID laeuft ueber den ICH8R von Intel („Matrix RAID“).
Fuer RAID gibt es nicht nur viele Level, sondern auch verschiedene Moeglichkeiten der Realisierung.
Du koenntest Host-Based RAID machen (d. h. via PCI-Karte, idealerweise von 3ware oder Areca, geht aber dick ins Geld (so was haben wir in unserem Mailserver und im Webserver stecken).
Alternativ Mainboard-RAID, wenn der Chipsatz das (ordentlich!!) unterstuetzt. Moeglich z. B. mit ICH7R, ICH8R usw. Nachteil: Bei Boardwechsel kannst du das RAID meist nicht migrieren und musst nach Datensicherung den Verbund von Hand neu aufbauen.
Nachdem du das Ganze aber an einem Notebook betreiben willst, wirst du zwangslaeufig zu Software-RAID irgendwelcher Art greifen muessen. Das gibt es auch unter Linux, und zwar schon eine ganze Weile (inzwischen kannst du davon sogar booten). Bei RAID-1 duerfte sich das mit einer halbwegs anstaendigen CPU nicht sonderlich negativ bemerkbar machen.
Ob und wie das mit externen Platten unter Linux laeuft oder nicht, kann ich dir nicht sagen. Und externe RAID-Loesungen (MyBook oder NAS) sind teuer, ja, und oftmals nicht besonders ausgereift. Das Backup auf einem RAID… ich weiss nicht. Andersrum waere sinnvoller – aber in die allermeisten Consumer-Notebooks (die auch noch wenigstens halbwegs portabel sind) kriegst du ja keine zwei Platten rein.
Im Uebrigen ist RAID kein Ersatz fuer ein Backup (leider eine verbreitete Fehlannahme), sondern erhoeht lediglich die Ausfallsicherheit (also die Sicherheit vor einem Ausfall ;-)).
Ich schau spaeter mal, ob ich noch anderweitige Infos fuer dich beschaffen kann. Wenn du dich fuer RAID im Allgemeinen interessierst, kann ich dir das Referenzwerk von Chen et al. dazu empfehlen:
http://slacky.de/files/howtos/raid-chen.pdf
18. Juni 2007 16:32
Wow, das wird ja mal richtig ausführlich hier! Ich hatte eine ganze Zeit lang zwei 60 GB-Platten (intern, in Wechselrahmen) an einem 3ware-Controller betrieben, allerdings dann letztes Jahr aus Lärm- und Speichergründen diese Konstruktion durch eine große einzelne Platte abgelöst.
Dafür halt halbwöchtentlich (ahem…) Backups auf eine externe Platte, so dass mir (theoretisch) eine beliebige Platte ausfallen kann und ich trotzdem höchstens 3 Tage „Arbeit“ verliere. Damit kann ich ganz gut leben, und wie Leo schon gesagt hat, ein ungewolltes „rm -rf /“ ist auch bei einem RAID relativ fatal…
19. Juni 2007 15:02
Danke für die ausführliche Information, Leo, aber ich verstehe schon, um was es bei RAID und intern/extern geht. Meine Situation ist folgende: Ich speichere meine ganzen Fotos regelmäßig auf einer externen Festplatte und lösche sie von meinem Laptop. Wenn mir die Festplatte mal abraucht, sind die logischerweise alle weg. Also hätte ich eben gerne eine Mirroring-Lösung, die meine Daten doppelt sichert. Ich dachte immer, dass es da ein RAID-Level gibt, was genau das macht.
Aber offensichtlich komme ich nicht drum herum, die Daten auf die FP und zusätzlich auf eine DVD zu speichern. Das scheint mir der beste Kompromiss aus Preis/Umständlichkeit.