Fest der Absolventen an der TUM

Am Freitag, den 4. Dezember 2009, fand das diesjährige Fest der Absolventen der Fakultät für Informatik an der TU München statt.

So stolz ich auf mein TUM-Diplomzeugnis auch bin, diese Veranstaltung war in meinen Augen eine Farce. Eigentlich wie erwartet.

TUM Absolventenfest 2009

Bereits einige Kommilitonen hörerer Semester rieten mir, diese Veranstaltung nicht zu besuchen, man erzählte mir von zu wenig Sitzplätzen, endlosen Reden und dass die Angehörigen nur die Videoübertragung in der kühlen Magistrale aus verfolgen konnten. Dieses Jahr sollte alles besser werden (stand in der E-Mail-Einladung, in der gleich noch Helfer gesucht wurden). Also meldete ich mich an und reservierte online drei Sitzplätze.

Die Sitzplatzreservierung galt allerdings nur für mich, meine Begleiter hätten stehen müssen, da bereits kurz nach Beginn des Sektempfangs(!) alle Publikumsplätze im zu kleinen Hörsaal 1 bereits belegt waren (offenbar wollte sich die Fakultät nicht die Blöße geben und die Veranstaltung ins größere Maschinenbau-Gebäude verlegen, so wie es bei vielen Grundstudiums-Vorlesungen gängige Praxis ist/war). Also die Programmpunkte solidarisch sitzend auf der Treppe verfolgt.

Begrüßung durch den Dekan (Alfons Kemper): Informatik ist toll, wir sind alle stolz, wir haben eine tolle Zukunft vor uns, wichtige Berufssparte, und die TUM ist sowieso viel toller als alle anderen.

Grußwort des Präsidenten (Wolfgang Herrmann): Die TU ist toll, kriegt aber ungerechterweise nicht so viel Geld wie die ETH, LMU-Besetzer sind doof, und überhaupt ist die TU viel toller als die LMU. Außerdem sind wir Elite, und es wird ein CampusTUrM gebaut, weil das Atom-Ei nicht mehr von der Autobahn zu sehen ist - und darauf kommt es ja an.

Den gehaltvollsten (bzw. einzigen überhaupt gehaltvollen) Festvortrag hielt Henning Kagermann von der acatech, in dem er viel von sich und SAP, und Nachhaltigkeit und Zukunft erzählte. Viel und lang. Und lange Vorträge sind ja, das was man nach inzwischen schon 2 Stunden Treppensitzen (oder stehen) hören will.

Die Absolventenrede von Sebastian Pohle war dagegen wirklich unterhaltsam, die Anekdoten aus dem Informatikstudium lockerten das Ganze wieder ein bisschen auf. Dann natürlich noch kurz “danke dass wir Elite sein dürfen, danke an die Eltern, Freunde, Professoren, usw.”, das darf in so einer Rede natürlich nicht fehlen! Danke Eltern, Freunde, Professoren!

Dann die Preisverleihung für die besten Dissertationen, Tutoren, Professoren.

Und letztendlich die Vorstellung aller über 400 (gefühlte 4.000) Absolventen, Promovierten und Habilitierten mit Zeugnisübergabe, Erinnerungsfoto und Handschlag vom Lehrstuhlleiter. Um die Tatsache zu entschärfen, dass bereits aufgerufene sofort zum Buffet verschwinden (nach 4 Stunden irgendwie verständlich), wurden die Studenten nach Lehrstuhl aufgeteilt und die größten Lehrstühle am Schluss aufgerufen.

Danach konnten dann auch Schweinebraten mit Weihenstephaner Bier und die Rock’n’Roll-Band “Rave On!” nicht mehr viel retten…

Mit Abstand das Highlight des Abends war das Gitarrenduo Gruber & Maklar, die zwischen den Vorträgen vier Stücke präsentierten. Aber die kann man auch ganz in Ruhe auf zweistündigen Konzerten mit Sitzplatz und ohne widerliches Elite-Gelaber hören…